DNA-Spurensicherung
Einleitung
Die DNA eines Täters kann heute aus den verschiedensten Spurenmaterialien gewonnen werden, zum Beispiel aus Blut, Sperma oder Speichel aber auch aus Hautzellen oder Haarwurzeln. Um biologische Spuren am Tatort zu sichern, kommen verschiedene Hilfsmittel und Techniken zum Einsatz. DNA-haltiges Probenmaterial kann zum einen mit DNA-freien Abstrichtupfern durch Abreiben einer Spur gesichert werden. Bei sehr rauen oder porösen Oberflächen (z. B. Textilien) kommen Klebefolien oder Klebestempel zum Einsatz.
In demselben Umfang in dem sich die Verfahren zur Analyse einer forensischen Spur verbessert haben, sind auch die Anforderungen an die Spurensicherungshilfsmittel gestiegen. So werden heute standardmäßig alle Hilfsmittel, die zur Spurensicherung eingesetzt werden, unter Reinraumbedingungen gefertigt und mit Ethylenoxid sterilisiert.
Watteträger müssen heute aber nicht nur DNA-frei geliefert werden, sondern auch sicherstellen, dass das gewonnene Material nach der Sicherung schnellstmöglich konserviert wird und während des Transportes und der Lagerung vor Kontamination geschützt ist. Eine Konservierung wird durch eine schnelle Trockung einer Probe erreicht. Hier unterscheidet man zwischen aktiver und passiver Trocknung.

Systeme zur DNA-Spurensicherung
Abstrichtupfer in Kombination mit einer Transportbox
Um Watteträger nach dem Einsatz vor Kontamination zu schützen und eine Trocknung des Spurenmaterials zu erreichen, kann im einfachsten Fall eine wasserdampfdurchlässige Umverpackung in Form einer speziellen Swab-Box verwendet werden.
Dieses System ist für verschiedene Abstrichtupfer-Typen denkbar. In der Abbildung rechts wird die Entnahme eines Wangenabstrichs (Vergleichsproben) mit den abf E1-Swabs gezeigt. Es können aber auch Spurenabriebe mit Standardtupfern auf diese Art und Weise gelagert und transportiert werden.
Die Abstrichtupfer werden DNA-frei in Blisterbeuteln geliefert. Der Transportkarton kann ebenfalls DNA-frei geliefert werden. Nach der Verpackung der Watteträger werden die Transportboxen mit Sicherheitssiegeln verschlossen

Abstrichtupfer in Kombination mit einem belüfteten Reaktionsgefäß
Belüftete Reaktionsgefäße sind das ideale Hilfsmittel zur Trockung, zur Aufbewahrung und zum Transport von feuchten Watteköpfen oder kleinen Asservaten.
Das in den Deckel der Reaktionsgefäße eingebaute Belüftungsvlies stellt sicher, dass feuchte Objekte in wenigen Stunden trocknen und eine vorhandene Spur konserviert wird. Während des Trocknungsvorgangs ist das Probenmaterial wirksam gegen Kontamination geschützt.
Belüftete Reaktionsgefäße können mit allen Arten von Watteträgern kombiniert werden. Bei der Verwendung von Standardabstrichtupfern muss der Wattekopf abgebrochen oder abgeschnitten werden. Bei unseren Abwurftupfern kann der Wattekopf vom Stiel direkt in das belüftete Reaktionsgefäß abgeworfen werden.

Abstrichtupfer mit Transportröhrchen und Belüftungsvlies (passive Trocknung, A- und B-Swabs)
Der Stand der Technik sind heute Abstrichtupfer in einem Transportröhrchen mit Selbsttrocknungsfunktion. Hier unterscheidet man zwischen Transportröhrchen mit Belüftungsvlies/-membran (passive Trockung) und Röhrchen mit integriertem Trockenmittel (aktive Trocknung).
Bei den Systemen mit passiver Trocknung gewährleistet ein wasserdampfdurchlässiges Vlies einen Feuchtigkeitstransport aus dem Transportröhrchen in die Umgebung. Im Vergleich zu Membranen besitzen Vliesstoffe eine deutlich höhere Durchlässigkeit für Wasserdampf bei vergleichbarer Sperrwirkung gegen DNA-haltige Fremdpartikel.
Unsere Abstrichtupfer mit passiver Trocknung (A-Swabs) sind in verschiedenen Varianten erhältlich, die sich in der Länge, dem Stielmaterial und der Form des Wattekopfes unterscheiden.
Unsere B-Swabs sind vorangefeuchtete Abstrichtupfer mit passiver Trocknung und derzeit nur in der kurzen Variante erhältlich.

Abstrichtupfer mit Transportröhrchen und integriertem Trockenmittel (aktive Trocknung, D-Swabs)
Eine weitere Option zur Sicherung und Konservierung biologischer Spuren sind Abstrichtupfer mit integriertem Trockenmittel. Bei dieser Gruppe forensischer Abstrichtupfer unterstützt ein integriertes Trockenmittel die Konservierung des Spurenmaterials. Die Probe trocknet unabhängig von den Umgebungsbedingungen.
Ein großer Vorteile dieser Produkte ist die hohe Trocknungsgeschwindigkeit. Das Konstruktionsprinzip unserer D-Swabs ermöglicht eine Trocknung einer feuchten Spur innerhalb von 4 Stunden. Zum Schutz gegen das Eindringen von Feuchtigkeit von außen werden die D-Swabs in Aluminiumverbundfolienbeuteln geliefert.
Zum Schutz gegen Wegrollen ist der Griff mit einer eckigen Geometrie versehen. Die Verbindung zwischen Griffstück und Transportröhre geschieht mit einem speziellen, schnell verschließbarem Gewinde. Jeder Tupfer ist mit einer eindeutigen Nummer gekennzeichnet, die zusätzlich über einen Barcode auslesbar ist.

Sets für die Spurensicherung am Tatort
Sets für die Spurensicherung am Tatort besitzten den großen Vorteil, dass alle Hilfsmittel für die Sicherung einer oder mehrerer Spuren in einem DNA-freien Set zusammengefasst sind. Alle Sets werden unter Reinraumbedingungen gepackt und, soweit technisch möglich, mit Ethylenoxid behandelt. Ist die Sterilisation des Gesamtsets nicht möglich, werden die Einzelteile oder Untereinheiten sterilisiert und durch geeignete Prozessführung sichergestellt, dass der Inhalt der Spurensicherungssets DNA-frei ist.
Die Zusammensetzung und die Kennzeichnung der Sets orientiert sich grundsätzlich an Ihren Anforderungen. Standardmäßig verpacken wir Watteträger (alternativ Klebestempel), Handschuhe, Mundschutz, Versandtaschen, Wasserampullen (zum Anfeuchten der Watteträger) und eine zum Set passende Gebrauchsanleitung. Je nach Einsatzschwerpunkt sind unterschiedliche Verpackungsvarianten verfügbar.
Abhängig von der Zusammensetzung der Sets werden diese im Einsatzfahrzeug oder auf der Dienststelle gelagert.

Sets für die Entnahme von Vergleichsproben/Referenzproben
Ähnlich wie die Sets für die Spurensicherung am Tatort, werden Sets für die Entnahme von Vergleichsproben nach den Anforderungen der späteren Anwender zusammengestellt und verpackt.
Häufige Bestandteile sind Abwurftupfer oder selbsttrocknende Abstrichtupfer in Kombination mit persönlicher Schutzausrüstung und einer passenden Gebrauchsanleitung.
